Nach dem ersten Eisbärlauf setzte ich mir das feste Ziel,
dass ich beim Zweiten schneller als letztes Jahr sein musste, was soviel hieß
wie 7km unter 33:11 (< 4:44), also 12 Sekunden schneller als beim Ersten.
Ein absolut schaffbares und nicht zu hochgestecktes Ziel.
Ich trainierte wie immer 4x die Woche, wovon ich ein
Intervalltraining (Wechsel zwischen Belastungs- und Erholungsphasen) pro Woche
unterbrachte. Für diejenigen, die so ein Training noch nie gemacht haben: Man
läuft zuerst eine gewisse Zeit oder Strecke in einem lockeren Tempo ein
(z.B.10min). Je nach Ziel läuft man eine gewisse Strecke(z.B. 1000m) in einem
schnellen Tempo und macht danach eine Geh- oder Trabpause. Das wiederholt man
dann 5-10 Mal und läuft danach wieder 10min langsam aus. So ein
Intervalltraining ist für die Tempohärte besonders wichtig. Wenn man bei Läufen
schneller werden will, kommt man früher oder später um Intervalltrainings nicht
herum.
Zwei Tage vor dem Lauf, fand eine Geburtstagsfeier statt,
bei der es sehr flüssig zuging. Ich nahm mir vor nicht viel zu trinken, was
leider nach kürzester Zeit übern Haufen geworfen wurde. Ein Rausch 2 Tage vor
einem Lauf fördert auf keinen Fall die Ausdauer und Schnelligkeit und sollte
nicht unterschätzt werden.
Am Tag des Wettkampfes freute ich mich wahnsinnig, weil die
Sonne schien und ich gut ausgeschlafen war. Jedoch wusste ich nicht so recht,
was ich anziehen sollte. Eine kurze Hose? Eine dreiviertel Hose? Oder doch
lieber eine Lange? Genauso mit dem Oberteil!? Ich muss ja sagen, dass ich ein
wahnsinnig erfrorener Mensch bin, doch bei Wettkämpfen wird mir meist innerhalb
kürzester Zeit so heiß, dass ich am liebsten nackt laufen wollen würde ;) Aus
diesem Grund ging ich auf unseren Pseudobalkon und fühlte mal die Temperatur.
Brrr, windig und wirklich warm, fand ichs nicht. Also griff ich zur langen Hose
und dem langen Shirt. Kaum war dieses Problem gelöst, kam schon das nächste
auf. Mein Freund fand seinen Chip nicht, mit dem die Zeit bei einem Wettkampf
gemessen wird. Es wurde immer später und ich musste immer dringender aufs WC.
Jedoch fand ich den Chip in letzter Sekunde (natürlich war er genau da, wo er
hingehörte und mein Freund hatte ihn 2 Mal übersehen…) und wir mussten los. Dort
angekommen, hatten wir noch exakt 10 Minuten Zeit uns umzuziehen, uns
einzulaufen und aufs WC zu gehen. Beim Einlaufen merkte ich, dass ich aufs Klo
gehen sollte, denn mein Bauch rumorte schon herum. Gerade als ich zum WC laufen
wollte, hörte ich den Startschuss… Waaah, was sollte das, es war doch erst 9:57…
Ich rannte wie eine Irre Richtung Start, jedoch war es zu spät, um vorne
mitlaufen zu können.
Leider war ich mit einer Zeit von 33:33 insgesamt um 11
Sekunden langsamer als beim letzten Mal gewesen. Trotz dessen wurde ich in
meiner Altersklasse 2., worüber ich mich zwar freute, aber mich eigentlich viel
mehr ärgerte, dass ich bei solch tollen Laufbedingungen langsamer, als beim 1.
Eisbärlauf war. Seither frage ich mich, woran es gelegen sein könnte. Der
Rausch 2 Tage zuvor!? Dass ich viel zu warm angezogen war!? Dass ich ein „dezentes
Kloproblem“ hatte!? Dass ich von zu weit hinten gestartet bin!? Oder, dass ich einfach
nicht gut genug trainiert hatte!? Ich weiß es leider bis heute nicht, aber es
wird wahrscheinlich einfach alles zusammen gespielt haben.
Ich habe auf jeden Fall daraus gelernt! Ab jetzt wird davor
nicht mehr getrunken; ich ziehe mich lieber zu wenig an als zu viel; ich gehe
aufs Klo; ich bin früher am Start, als zu spät; und ich trainiere effektiver,
damit ich zumindest beim 3. Eisbärlauf am 23.3. schneller bin.