Samstag, 8. März 2014

Der Tag des 2. Eisbärlaufes oder auch der Tag an dem alles schief „lief“!



Nach dem ersten Eisbärlauf setzte ich mir das feste Ziel, dass ich beim Zweiten schneller als letztes Jahr sein musste, was soviel hieß wie 7km unter 33:11 (< 4:44), also 12 Sekunden schneller als beim Ersten. Ein absolut schaffbares und nicht zu hochgestecktes Ziel.

Ich trainierte wie immer 4x die Woche, wovon ich ein Intervalltraining (Wechsel zwischen Belastungs- und Erholungsphasen) pro Woche unterbrachte. Für diejenigen, die so ein Training noch nie gemacht haben: Man läuft zuerst eine gewisse Zeit oder Strecke in einem lockeren Tempo ein (z.B.10min). Je nach Ziel läuft man eine gewisse Strecke(z.B. 1000m) in einem schnellen Tempo und macht danach eine Geh- oder Trabpause. Das wiederholt man dann 5-10 Mal und läuft danach wieder 10min langsam aus. So ein Intervalltraining ist für die Tempohärte besonders wichtig. Wenn man bei Läufen schneller werden will, kommt man früher oder später um Intervalltrainings nicht herum.
Zwei Tage vor dem Lauf, fand eine Geburtstagsfeier statt, bei der es sehr flüssig zuging. Ich nahm mir vor nicht viel zu trinken, was leider nach kürzester Zeit übern Haufen geworfen wurde. Ein Rausch 2 Tage vor einem Lauf fördert auf keinen Fall die Ausdauer und Schnelligkeit und sollte nicht unterschätzt werden.

Am Tag des Wettkampfes freute ich mich wahnsinnig, weil die Sonne schien und ich gut ausgeschlafen war. Jedoch wusste ich nicht so recht, was ich anziehen sollte. Eine kurze Hose? Eine dreiviertel Hose? Oder doch lieber eine Lange? Genauso mit dem Oberteil!? Ich muss ja sagen, dass ich ein wahnsinnig erfrorener Mensch bin, doch bei Wettkämpfen wird mir meist innerhalb kürzester Zeit so heiß, dass ich am liebsten nackt laufen wollen würde ;) Aus diesem Grund ging ich auf unseren Pseudobalkon und fühlte mal die Temperatur. Brrr, windig und wirklich warm, fand ichs nicht. Also griff ich zur langen Hose und dem langen Shirt. Kaum war dieses Problem gelöst, kam schon das nächste auf. Mein Freund fand seinen Chip nicht, mit dem die Zeit bei einem Wettkampf gemessen wird. Es wurde immer später und ich musste immer dringender aufs WC. Jedoch fand ich den Chip in letzter Sekunde (natürlich war er genau da, wo er hingehörte und mein Freund hatte ihn 2 Mal übersehen…) und wir mussten los. Dort angekommen, hatten wir noch exakt 10 Minuten Zeit uns umzuziehen, uns einzulaufen und aufs WC zu gehen. Beim Einlaufen merkte ich, dass ich aufs Klo gehen sollte, denn mein Bauch rumorte schon herum. Gerade als ich zum WC laufen wollte, hörte ich den Startschuss… Waaah, was sollte das, es war doch erst 9:57… Ich rannte wie eine Irre Richtung Start, jedoch war es zu spät, um vorne mitlaufen zu können.

Ich versuchte mich durch die Massen zu kämpfen, um überhaupt laufen zu können. Im Zickzack lief ich auf der Wiese, wieder auf Beton, wieder auf der Wiese, wieder auf Beton, zwischen Geher (!?), Läufer, Hunde... Doch irgendwie schaffte ich es nicht aus der Masse raus. Nach 2 km fand ich endlich mein Tempo und auch den Fehler, den ich gemacht hatte. Mir war zu heiß, viel zu heiß. Am liebsten wollte ich mir meine Hose vom Leib reißen. Man kann es kaum glauben, wie sehr eine Hose an den Wadln stören kann. Ich konnte an nichts anderes mehr denken, als meine „heißen“ Wadln und wurde aber schnell wieder aus meinen Gedanken gerissen, als ich plötzlich meinen Bauch rumoren hörte…Grrrbrrrgrummelgrummelgrrrbrrr… Oh, nein, bitte lieber Gott, nicht jetzt!!!! Ich musste mich auf etwas anderes konzentrieren, nur nicht an mein Kloproblem… UND nicht an meine Wadln. Ich konzentrierte mich auf ein Mädl, das ungefähr in meinem Alter war, an das ich mich dranhängen wollte. Am 5. Kilometer schaffte ich es endlich sie zu überholen. Nur mehr 2 Kilometer!! Jedoch merkte ich, dass ich meine Zeit nicht mehr schaffen würde, weil ich jeden Kilometer langsamer wurde und einfach nicht mehr konnte. Aber es war mir in dem Moment egal, ich wollte es nur irgendwie ohne peinliches Malheur ins Ziel schaffen. Kurz vorm Ziel meldete sich mein Bauch so laut, dass ich dachte, dass es nun vorbei wäre. Es zwickte und tat extrem weh, aber das Ziel war nicht mehr fern. Ich leitete meinen Zielsprint ein, biss alles zusammen und dachte mir „Wenn‘s jetzt passiert, dann passiert’s..ich bin eh gleich im Ziel!“ Auf den letzten 100 Metern überholte ich zu meiner Freude noch 3 Frauen und 2 Männer und kam sterbend im Ziel an. Kaum stand ich, war mein Bauchweh weg…war ja mal wieder klar.

Leider war ich mit einer Zeit von 33:33 insgesamt um 11 Sekunden langsamer als beim letzten Mal gewesen. Trotz dessen wurde ich in meiner Altersklasse 2., worüber ich mich zwar freute, aber mich eigentlich viel mehr ärgerte, dass ich bei solch tollen Laufbedingungen langsamer, als beim 1. Eisbärlauf war. Seither frage ich mich, woran es gelegen sein könnte. Der Rausch 2 Tage zuvor!? Dass ich viel zu warm angezogen war!? Dass ich ein „dezentes Kloproblem“ hatte!? Dass ich von zu weit hinten gestartet bin!? Oder, dass ich einfach nicht gut genug trainiert hatte!? Ich weiß es leider bis heute nicht, aber es wird wahrscheinlich einfach alles zusammen gespielt haben.


Ich habe auf jeden Fall daraus gelernt! Ab jetzt wird davor nicht mehr getrunken; ich ziehe mich lieber zu wenig an als zu viel; ich gehe aufs Klo; ich bin früher am Start, als zu spät; und ich trainiere effektiver, damit ich zumindest beim 3. Eisbärlauf am 23.3. schneller bin.

Samstag, 1. Februar 2014

...in den Saisonauftakt!

Saisonauftakt aka 1. LCC Eisbärlauf 2014

Letzen Sonntag war es soweit. Meine Laufsaison 2014 wurde mit dem 1. Internationalen LCC Eisbärlauf eröffnet! Ich muss zugeben meine Begeisterung und Motivation hielt sich die Tage davor besonders in Grenzen, da ich seit dem Sie & Er Lauf mit dem Laufen eher zu kämpfen hatte. Entweder war der Puls, obwohl ich sehr langsam lief, viel zu hoch oder ich hatte Schmerzen in den Waden, es war zu kalt, zu nass, zu bäh…irgendwas war immer, was mich herzlichst demotivierte.
Nichtsdestotrotz ließ ich mich nicht beirren und redete mir pausenlos ein, dass ich nur wieder auf das Leistungsniveau von 2013 kommen würde, wenn ich trotz der Wetterverhältnisse 4x die Woche laufen gehe (3x mind. 50 Minuten und 1x 1,5-2 Stunden). Und ich muss gestehen, dass mir kaum einer dieser Läufe wirklich Spaß machte, aber seit ich mir fixe Tage (Di, Do, Sa, So) für die Läufe eingeplant habe, fällt es mir im Winter auch wesentlich leichter.
Seit Jänner bin ich auch im Femme – Fitness für Frauen angemeldet und kann also auch aufs Laufband ausweichen, was ich aber wirklich nur im äußersten Notfall mache (Wind, Schneesturm, Regen), weil die Zeit am Laufband aber so gar nicht vergeht und es meist sehr heiß und stickig ist (und ich oftmals auch Augenkrebs bekomme..).
Aber wieder zurück zu meinem ersten Wettkampf dieser Saison. Der Eisbärlauf ist ein vom Wiener LCC veranstalteter Lauf eines dreiteiligen Cups, bei denen man sich zwischen 7, 14, Halbmarathon und 28 Kilometer entscheiden kann. Da diese 3 Wettkämpfe aber im Jänner, Februar und März stattfinden ist es meist recht kalt, weswegen ich mich bisher immer nur für die 7km entschied. Letztes Jahr wurde ich in meiner Altersklasse einmal 2. und 2 mal 3.- meine ersten Stockerlplätze -  was mich wahnsinnig freute, da meine, zum Teil harten Trainings, endlich belohnt wurden.
Aus diesem Grund setzte ich mich für diesen ersten Lauf des Jahres schon etwas unter Druck. Ich wollte zumindest meine Bestzeiten von den Eisbärläufen unterbieten. Und deswegen hatte ich auch irgendwie wenig Lust den Lauf mitzulaufen, weil ich wusste, dass ich nicht gerade in Höchstform war. Noch dazu kam ein paar Tage davor der Temperaturumschwung und es hatte plötzlich statt +10 °C -10 °C, was auch eine riesige Umstellung für den Körper war.

Am Sonntag um 9:58 stand ich dann frierend und unmotiviert mit meinem Freund Philipp hinter der Startlinie. Als der Startschuss fiel, versuchte ich mich aus der Masse zu entreißen und merkte schnell, dass weder meine Beine, noch meine Lunge sehr erfreut über die Temperaturen waren. Und alle rannten an mir vorbei, als gäbe es kein Morgen. Als der erste Kilometer vorbei war und unzählige Läuferinnen an mir vorbeizogen, bestimmt auch aus meiner Altersklasse, konnte ich es kaum glauben, dass ich noch 6 weitere vor mir hatte… Das Atmen fiel mir wahnsinnig schwer, aber es blieb mir nichts übrig, als durchzubeißen. Ich fing an, mir zu denken, dass ich mir auch ruhig mal kein Stockerlplatzerl erlaufen brauchte…dass ich mich immer viel zu sehr unter Druck setzte…dass es nun mal Leute gibt, die besser sind als ich…dass ich nicht immer besser sein musste, als bei dem letztjährigen Lauf…dass es zu kalt zum Laufen ist…dass die Wochen vor dem Wettkampf einfach beschissen waren…blablabla…Bis ich mir dachte: „Blöde Kuh, was denkst du dir das eigentlich? Bei Wettkämpfen muss man doch ehrgeizig sein, sich durchbeißen, auch wenn es noch so hart ist, irgendwann kommt man ans Ziel! Man muss sich selbstmotivieren, sich loben, dass man trotz der Temperaturen sehr schnell läuft und dass es immer langsamere Läufer als sich selbst gibt! Es gibt genügend Leute, die gerade noch im warmen Bett liegen und faul sind, aber ich, ich bin so hart und Laufe gerade um mein Leben, es geht gerade einfach nicht schneller…“ Und plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen weil ich 100m vor der Ziellinie war und mich gerade ein Mädl in meinem Alter überholte. So, auch wenn jetzt bestimmt kein Stockerlplatzerl für mich drin war, musste ich jetzt noch mal angasen, einen Zielsprint hinlegen und yeaaaaah, geschafft!!!! Wankend und halb sterbend versuchte ich mein Gleichgewicht zu halten, um zu meinem Anhang zu torkeln. Schnell zog ich mir etwas Warmes über und holte mir Tee von der Labestation. Philipp war natürlich schon da und wie nicht anders erwartet, ist er wieder eine Wahnsinnszeit gelaufen - 00:27:12 (3:53/km)!!! Ich war sehr gespannt, ob er es mit dieser echt argen Zeit geschafft hatte, aufs Stockerl zu kommen. Ich hatte mir mit meiner Zeit 33:22 (4:46/km) den 4. oder 5. Platz meiner Altersklasse erwartet, weil mich doch einige Frauen überholt hatten.
Wir gingen dann ins LCC Zentrum, um nachzusehen, welchen Platz wir gemacht hatten und tadaaaa mein Freund ist Dritter geworden und insgesamt 14.er, was eine wirklich grandiose Leistung ist. Ich suchte mich auf der Liste, und suchte, und suchte, und suchte, aber mein Name war einfach nicht auf der Liste zu finden. Ich ging zu Pentek um nachzufragen, warum ich nicht auf der Liste war.
Die nette Dame fragte nach meinem Namen und wusste dann sofort, dass bei mir ein Fehler unterlaufen war und dass mein Chip nicht gemeinsam mit meiner Startnummer registriert wurde. Sie meinte dann: „Deine Zeit ist 33:22 und du bist 1. in deiner Altersklasse!“ Ich: „Waaaaas? Erste???“ Sie: „Bist du nicht 33:22 gelaufen?“ Ich: „Ja schon, aber ich kann doch nicht Erste sein!?“ Sie: Doch, so habe ich das hier stehen!“ Ich wusste nicht, über was ich mich mehr freuen sollte…über meinen ersten (unerwarteten) Platz oder Philipps (echt argen) dritten Platz.
Auch wenn der Lauf echt besch….eiden war, muss ich sagen, dass ich jetzt richtig motiviert für den nächsten Eisbärlauf bin! Jetzt heißt’s trainieren, trainieren und nochmals trainieren!


P.S.: Die Frauen, die mich alle überholt haben, waren entweder nicht im meiner Altersklasse oder sind 14 oder 21,1km gelaufen. Und das Mädl, das mich auf der Ziellinie überholt hatte, war wirklich in meinem Alter, nur ist sie ohne Chip gelaufen, weswegen sie rein theoretisch zwar vor mir war, aber eben nicht offiziell. Puh, nochmal Glück gehabt ;)